| Erbaut |
ab 1250 |
| Evangelisch-Lutherisch |
1525 |
| Zerstört |
1945 |
| Wiederaufgebaut |
1952 |
Baugeschichte
Der Bauplatz der heutigen Lorenzkirche lag am Rande eines Hanges, der
zur Pegnitz abfällt. Dort stand eine Kapelle, die St. Lorenz zum Hl.
Grab geweiht war und der Pfarrei in Fürth unterstand. (Erste Erwähnung
dieser Kapelle 4.7.1235).Diese alte Kapelle wurde abgerissen. Da
Baumaterial teuer war, wurden die alten Steine zum Teil wiederverwendet.
Wir finden das alte Baumaterial noch im Dachbodenbereich, an der
Apothekertüre und im nördlichen vorderen Seitenschiff.
Der Bau von St. Lorenz wurde durch Spenden, Erbschaften und
Ablassverkauf gesichert. Entsprechende Urkunden sind die ersten
schriftlichen Quellen über die Lorenzkirche. Man geht davon aus, dass um
1300 in diesem Stadtteil 10.000 bis 15.000 Bürger, meist Handwerker
wohnten. Der Plan sah vor, eine dreischiffige Kirche mit zwei Türmen und
einem sehr hohen Mitteldach zu schaffen. Der Baubeginn wird auf 1250
datiert, 1370/80 kamen die Arbeiten an der Kirche zu einem ersten
Abschluss. Die Türme wurden vermutlich gegen 1400 vollendet.
Durch Zuzug von angesehenen, finanzstarken Bürgern wurde der Ruf nach
eigenen Familienkapellen lauter, die durch die Versetzung der Außenwand
von etwa 1385 bis 1430 geschaffen werden konnten. Um diese Zeit erfolgt
auch der Einbau der drei heute noch vorhandenen Emporen. Nachdem die
Reichskleinodien seit 1424 in Nürnberg aufbewahrt wurden, kam es zu
einem erheblichen Zustrom von Menschen in die Stadt.
In St. Sebald wurde seit langem der eigene Kirchenheilige Sebaldus
verehrt (Heiligsprechung 1425), zu dessen Grab viele Menschen pilgerten.
Die Lorenzer besannen sich auf die Gebeine des Hl. Deocarus, des
Beichtvaters Karls des Großen aus dem Kloster Herrieden. Durch
geschicktes Taktieren versuchte man den Heiligen dem Sebaldus
gleichzustellen, wodurch auch in St. Lorenz die Zahl der Wallfahrer
stieg. Damit hatte man das entscheidende Argument gefunden, um die
Kirche durch einen Hallenchor zu erweitern. Die Grundsteinlegung
erfolgte im Oktober 1439 beim Stützpfeiler n IV. In der verhältnismäßig
kurzen Zeit von 38 Jahren wurde der Hallenchor vollendet. (Da der neue
Chor um den alten herum gebaut wurde, fielen keine Gottesdienste aus!)
Als letzte große bauliche Veränderung ist der Aufgang zur Oberen
Sakristei zu werten. Dieses Treppenhaus wurde 1519 eingebaut und diente
dem bequemen Zugang zur „Schatzkammer“ der Kirche.
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